Rechtekrise nach der Finanzkrise
By admin | April 27th, 2009 | Category: Finanzkrise | No Comments »Streit um Patente, Posten und Provisionen!
Zeiten des Umbruchs tun weh. Effekte der Rezession werden all diejenigen aufwachen lassen, die bisher noch bequem und entspannt im Fernsehsessel die Nachrichten einer scheinbar sich ändernden Wirtschaftsordnung verfolgen. Von konjukturell bedingten Massenentlassungen, Hausverlust bis zu Radikalisierung der Politik ist alles genauso denkbar wie eine bisher noch für utopisch gehaltene, wirksame, einheitliche Strategie der G8 + X gegen die bösen Finanzbuben.
Ist es eine antiquierte Haltung oder sogar ein verhasster Kassandraruf zu behaupten, dass globalisierte Vernunft nach globalisierter Gier der “aufgeklärten Länder” nicht durchführbar erscheint? Sind Kontrollillusionen nicht Voraussetzung einer großen Katastrophe, wie wir schon am 26. April 1986 in Tschernobyl gesehen haben, dessen Reaktor nicht wegen maroder Technik explodiert ist, sondern weil man systembedingt das “Gaspedal” mit dem “Bremspedal” verwechselt hat?
Bei vielen besorgten Bürgern sieht man heute auf der Straße die Hoffnung auf “positive change – positive Veränderungen”: So werden wir gemeinsam mit Merkel, Obama und Ackermann derzeite Probleme lösen, die paar kranken Gierhälse in ihren Rechten einschränken und zu einer besseren Welt mit globalisierter Sozialen Marktwirtschaft beitragen.
… wenn da nicht das egoistische Tier wäre.
Adam Smith (1723-1790), der als einer der Gründerväter der kapitalistischen Theorie den Wohlstand und Glück der Menschheit auf den individuellen Egoismus und Gier einzelner Gruppen basieren läßt, wird in diesen Tagen selten zitiert. In Zeiten der Sozialisierung der Verluste, niedrigeren Tarifabschlüsse bei Gehaltsverhandlungen und massiver Neuverschuldung der Staaten ist es logisch, dass man die stillen Töne und Appelle an unsere altruistische Hilfsbereitschaft vorzieht. Sogar die abstrusesten Plantheorien, ganze Industrien kurzfristig steuern zu können, kommen aus Mündern ehemaliger radikaler Befürworter von Deregulierung und eines Staates, der sich ehedem mehr und mehr heraushalten sollte. Es ist äußerst spannend zu beobachten, welche interessengetriebenen Äußerungen heute auf uns niedergehen. Noch interessanter ist es, dass alte Machtstrukturen und verborgene Mechanismen uns bewusst werden oder sogar an vielen Beispielen aus der Dunkelheit ins Licht treten. Massive Konflikte und Krisen sind für Historiker, Psychologen, Sozialwissenschaftler et al. entscheidende Phasen, wo unser Bestes aber auch unsere tierischen Anlagen, Schwächen und Störungen zu Tage treten. Spielen nicht viele von uns Arten von Lotterien und damit Arten von Bereicherung ohne langweiliges Sparbuchzinsniveau? Sind nicht die meisten Gutverdiener oder Bewohner der “Festung Europa” ganz glücklich, nicht in Kenia, Indien oder schlimmer Kongo, Somalia oder Irak viel stärker um die Existenz kämpfen zu müssen?
Menschliches Tier oder tierischer Mensch?
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Finanzkrise: Die Illusion “Geld”, die unser Leben bestimmt.
Rechtekrise: Andere Illusionen gefällig?
Die Change-Management Industrie
Eine ganze Change-Management Industrie nimmt Unternehmen an die Hand, die gravierende Änderungen wie Auslagerungen (Outsoursing, Offshoring), Unternehmensverschmelzungen bzw. -Trennungen (Merger & Aquisitions) u.a. herbeiführen wollen; Regierungen müssen Ihre sehr stabile Rolle der “Situationsbewahrer” in Zeiten der globalen Finanzkrise ändern, dazu lernen, flexibel werden, alte Berater den Laufpass geben und Fehler identifizieren, im Extremfall sogar zugeben.
